Ursache-Wirkungs-Diagramm

(Fishbone- Diagramm, Ishikawa- Diagramm, Cause- and- Effect- Diagramm)
Das Ursache-Wirkungs-Diagramm, ist ein einfaches Werkzeug, um Ursache-Wirkungszusammenhänge grafisch und strukturiert darstellen zu können[1]  . Das Diagramm weist stets die charakteristische Form einer Fischgräte auf und ermöglicht es, relativ schnell potentielle Ursachen, welche bedeutenden Einfluss auf ein Problem haben, zu identifizieren[2]  .

Vorgehensweise

Zu allererst muss das zu untersuchende Problem möglichst präzise beschrieben werden. Es bietet sich hierbei an, dass diese Problemdefinition, also die Wirkung in Form einer Frage formuliert wird. Diese Wirkung, wird nun an den „Kopf“ des Diagramms aufgetragen.
Im Anschluss werden „Kategorien“ festgelegt, hierfür haben sich die „fünf M´s“ also Mensch, Maschine, Methode, Material und Milieu/ Umwelt bewährt. Falls diese Kategorien für Ihr Problem nicht in Frage kommen sollten, können diese selbstverständlich gestrichen oder durch geeignetere Ursachen ersetzt werden[3]  .
Im nächsten Schritt werden die Hauptursachen an die „Gräten“ der zutreffendsten Kategorie geschrieben. Falls die Hauptursachen nicht bereits im Vorfeld bestimmt (z.B. mittels Strichliste) oder eingegrenzt wurden, können sie mittels Kreativitätstechniken (z.B. Brainstorming) ermittelt werden.
Nachdem die Hauptursachen erfolgreich festgelegt wurden, werden diese nun hinterfragt, um Nebenursachen zu definieren. Diese werden, auf die Hauptursache zeigend, in das Diagramm übertragen. Es bietet sich hierbei an, die Nebenursachen mittels der 5-W-Methode zu erarbeiten. Hierbei wird, durch fünfmaliges „warum fragen“ Tiefe gewonnen und somit Ebene für Ebene die wahre Ursache identifiziert. [4] 

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Abb. 1 Grundsätzlicher Aufbau eines Ursache-Wirkungs-Diagramms

Beispiel

Die Verwaltung, eines in Darmstadt ansässigen Unternehmens hat in letzter Zeit eine zunehmend schlechte Qualität der Kopierten Unterlagen festgestellt. Um einen Überblick über mögliche Ursachen zu bekommen wird ein Ursache-Wirkungs-Diagramm erstellt.

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Abb. 2 Ursache-Wirkungs-Diagramm

Die nun gewonnenen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge können nun in Bezug auf Bedeutung gewichtet werden. Mit Hilfe anderer Tools, wie z.B. der Pareto-Analyse, können diese Problemursachen priorisiert und klassifiziert werden um daraus Vorgehensweisen abzuleiten.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Standardisierte Form
  • Leicht zu erlernen
  • Gut geeignet für die Abeit in Gruppen
  • Visuelle Darstellung fördert das Verständnis

Nachteile

  • Es werden keine Wechselbeziehungen dargestellt
  • Unübersichtlich mit zunehmendem detaillierungsgrad

 

Quellennachweise

1.  Toutenburg, Helge / Knöfel, Philipp: Six Sigma- Methoden und Statistik für die Praxis. Heidelberg 2009, S. 142-143 [↑]

2.  Meran, Renata / John, Alexander / Staudter, Christian: Six Sigma +Lean Toolset. Heidelberg 2006, S.163-164 [↑]

3.  Brüggemann, Holger / Bremer, Peik: Grundlagen Qualitätsmanagement: Von den Werkzeugen über Methoden zum TQM. Wiesbaden 2012, S.23-24 [↑]

4.  5W. URL: http://www.lean-production-systems.de/de/6c9ad2be58d5d5acc12573940034de85.html. Stand: 30.05.2012 [↑]