Relationendiagramm

(siehe auch Beziehungsdiagramm)

Das Relationendiagramm ermöglicht die grafische Darstellung eines zentralen Problems sowie dessen mögliche Ursachen. Ferner zeigt es mögliche Beziehungen der einzelnen Ursachen untereinander auf und gestattet es durch „Klassifizierung“ der einzelnen Elemente, eine gewisse Problemtransparenz zu schaffen.[1] 

Vorgehensweise

Im ersten Schritt wird das „Problem“ definiert und zentral aufgetragen. Um Missverständnissen vorzubeugen kann dies auch als Satz formuliert werden.
Im Anschluss werden mit Hilfe von Kreativitätstechniken (z.B. Brainstorming) mögliche Ursachen, welche in Beziehung mit dem zu lösenden Problem stehen, eruiert. Diese Ursachen werden nun um das zentral angeordnete Problem aufgetragen.
Danach werden mögliche Beziehungen zwischen den einzelnen Ursachen ermittelt und mittels Pfeilen verdeutlicht. Hierbei ist es möglich, dass ein Element mehrere ausgehende und oder eingehende Pfeile aufweist [2]  .
Nachdem das Diagramm nun vollständig aufgebaut ist, müssen die einzelnen Elemente klassifiziert werden. Hierbei wird jedes Element auf die Anzahl der ein und ausgehenden Pfeile untersucht. Eingehende Pfeile werden mit +1, ausgehende Pfeile mit -1 bewertet und im Anschluss getrennt addiert.

Je nach Anzahl der ein und ausgehenden Pfeile bzw. deren Summe können die Elemente wie folgt klassifiziert werden:

  • Aktive Elemente zeichnen sich durch eine hohe Aktivsumme aus. Diese Elemente beeinflussen andere Elemente stark, werden selbst jedoch schwach beeinflusst.
  • Passive Elemente zeichnen sich durch eine hohe Passivsumme aus. diese Elemente beeinflussen andere Elemente schwach, werden selbst jedoch stark beeinflusst.
  • Kritische Elemente zeichnen sich durch hohe Aktiv- und Passivsummen aus. Diese Elemente beeinflussen andere Elemente stark, werden selbst aber auch stark beeinflusst.
  • Träge Elemente zeichnen sich durch niedrige Aktiv- und Passivsummen aus. Diese Elemente beeinflussen andere Elemente schwach und werden selbst schwach beeinflusst.

Beispiel

Ein regional ansässiger Kurierdienst klagt seit geraumer Zeit über sich häufende Beschwerden seitens seiner Kunden. Nachdem die Hauptursache als die zu lange Dauer der Zustellung identifiziert wurde, möchte das Unternehmen nun mit Hilfe des Relationendiagramms untersuchen, welche Einflussfaktoren für eine schnellere Zustellung von Sendungen entscheidend sind.

Text für Tooltip
Abb. 1 Relationendiagramm

Wie aus obigem Beispiel ersichtlich wird, hat die Ursache „motivierte Mitarbeiter“ vier eingehende und einen ausgehenden Pfeil. Die daraus resultierende Aktivsumme mit dem Wert drei deutet auf eine bedeutende Wirkung hin und sollte daher als Ansatzpunkt zur Problemlösung genutzt werden. Die Ursache „gutes Informationssystem“ weist einen hohen negativen Wert von -3 auf und deutet somit auf eine Hauptursache hin.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Zusammenhänge können erkannt werden
  • Wechselbeziehungen dargestellt werden
  • Geeignet zur Darstellung komplexer Probleme

Nachteile

  • Subjektiv

 

Quellennachweise

1.  Koch, Susanne: Einführung in das Management von Geschäftsprozessen: Six Sigma, Kaizen und TQM, Heidelberg 2011, S.246 [↑]

2.  Philipp Theden / Hubertus Colsman: Qualitätstechniken: Werkzeuge zur Problemlösung und ständigen Verbesserung, 3. Auflage, Hanser 2002. S. 46-48 [↑]