Grafischer Vergleich

Der Grafische Vergleich, auch genannt „Schichtung“ oder „Stratifikation“, ist eines der sieben Quality-Werkzeuge des SixSigma. Ihm liegt die stratifizierte Zufallsstichprobe aus der Statistik zur Grunde. Die grafische Darstellung der gewonnenen Ergebnisse bezeichnet man als den „Grafischen Vergleich.“ Hierbei unterteilt man die Gesamtheit in kleinere Untergruppen, die sogenannten Schichten. Anschließend wird aus jeder einzelnen „Schicht“ eine Zufallsstichprobe gezogen. Diese Stichproben werden dann beim Schluss auf die Gesamtheit entsprechend den Umfängen der einzelnen Schichten, die unbedingt bekannt sein müssen, gewichtet.

Die Schichtungsarten

Man unterscheiden den Grafischen Vergleich anhand seinen unterschiedlichen Arten der Schichtungen: Es gibt drei verschiedene Grundarten der Schichtung:

1. Gleichaufteilung

  • Gleiche Auswahl, pro Schicht eine bestimmte Anzahl an Stichprobe.

2. Proportionale Auswahl

  • Die Stichproben werden in ihrer Größe den jeweiligen Anteilen der Schichten in der Grundgesamtheit entsprechend gezogen.

3. Disproportionale Auswahl

  • Weichen die Fallzahlen der jeweiligen Stichproben dagegen von den Anteilen der Grundgesamtheit ab.
    • Optimale Auswahl: Die Optimale Auswahl berücksichtigt die einzelnen Streuungen in den Schichten. Aus einer Schicht mit größerer Varianz werden mehr Elemente ausgewählt.
    • Kostenoptimale Auswahl

Beispiel

Der grafische Vergleich lässt sich anhand eines Beispiels gut erläutern. Das unten aufgeführte Diagramm zeigt einen geschichteten grafischen Vergleich eines Montageprozesses.

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Abb. 1 Grafischer Vergleich

Auf der Abszissenachse (X-Achse) sind verschiedene Tage einer Arbeitswoche aufgetragen und auf der Ordinatenachse (Y-Achse) die absoluten Fehler des jeweiligen Tages. Pro Arbeitstag wurden 300 Stichproben gezogen. Zwei Hundert in der Tagschicht (16 Stunden) und einhundert in der Nachtschicht (8 Stunden). Demnach liegt hier eine proportionale Auswahl vor.
Durch den grafischen Vergleich wird auffällig, dass die hellen Balken im Vergleich zu den dunkeln Balken größer sind. Weiter fällt auf, dass es nicht nur zufällig ist, sondern jeden Tag.
Durch das Auftragen von Daten aus unterschiedlichen Quellen (hier die einzelnen Fehlersammellisten der unterschiedlichen Schichten (Tag und Nacht)) wird uns ein Missstand (in der Tagschicht werden messbar mehr Fehler produziert als in der Nachtschicht) aufgezeigt.

Fazit

Der Grafische Vergleich ist eine gute und einfache Methode um Missstände oder Problem zu erkennen. Leider kann man über deren Ursachen oder Lösungen keine Informationen gewinnen. Obwohl die Stratifikation ein sehr sinnvolles Hilfsmittel ist, wird sie im Vergleich zu den anderen Werkzeugen am wenigsten eingesetzt[1] .

 

Quellennachweise

1.  Koch, Susanne: Einführung in das Management von Geschäftsprozessen: Six Sigma, Kaizen und TQM, Heidelberg 2011 [↑]