Kosten - Nutzen - Analyse

Die Kosten-Nutzen-Analyse (kurz: KNA) ist eine Methode zur Bewertung verschiedener Alternativen (Maßnahmen, Prozesse oder Projekte). Hierbei soll aus verschiedenen Alternativen diejenige ausgewählt werden, die die günstigste Relation zwischen Kosten und Nutzen aufweist.[1] 

Ziel der Kosten-Nutzen-Analyse ist es, für die verschiedenen Alternativen eine Rangfolge zu erhalten, welche die Relation von Gesamtkosten zu Gesamtnutzen darstellt. Wichtig ist es hierbei, dass sowohl die Kosten als auch die Nutzen in Geldeinheiten bewertet werden können.[2] 

Sie ermittelt nicht den mit einer Maßnahme erzielbaren Gewinn, sondern vergleicht den monetär bewerteten Nutzen mit den Kosten der Maßnahme. Die Kosten-Nutzen-Analyse ist deshalb einzusetzen bei Projekten, die nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind.[3] 

Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeit von Projekten [4] , welche vorab durch die Kosten-Nutzen-Analyse geprüft wird, dienen als Grundlage bei der Entscheidung welche Projekte ausgewählt werden, um die strategischen Ziele der betroffenen Organisationseinheit am effektivsten zu verfolgen.[5] 

Denn mittels einer Kosten-Nutzen-Analyse sollen nur diejenigen Projekte ausgewählt werden, die das Ziel einer Unternehmung am besten erfüllen.[6] 

Erläuterung

Bevor man diese Methode anwendet, ist es notwendig eine gemeinsame Bezugsgröße festzulegen.

Situation:

Es soll ein neues automatisches System zum Einscannen von Dokumenten eingeführt werden, welches kostengünstiger arbeiten soll. Diese Tätigkeit erledigte bisher der Mitarbeiter selber. Die gemeinsame Bezugsgröße hierfür wäre in diesem Fall die Anzahl der eingescannten DIN A4-Formate. Es wird davon ausgegangen, dass diese Anzahl pro Tag konstant ist und diese in Zukunft nicht wächst. Geht man von dieser Annahme aus, ist es möglich die manuelle Abwicklung des Mitarbeiters mit dem zukünftig automatischen Prozess zu vergleichen.[7] 

Vorgehensweise

Die Vorgehensweise lässt sich hierbei in sechs Schritte untergliedern:

1. Schritt: Problemfeld definieren

Zunächst muss die Situation über die entschieden werden soll, das Problemfeld, beschrieben werden. In unserem Beispiel wäre das: „Dokumente einscannen“

2. Schritt: Alternativen feststellen

Anschließend erfolgt eine Auswahl und Festglegung der möglichen Alternativen. Bei obigen Problemfeld wäre das wie bereits oben erwähnt: „manuell, automatisch, ...“

3. Schritt: Einzelziele beschreiben

Hier muss eine Konkretisierung der einzelnen Ziele des Zielsystems erfolgen. Bezogen auf „Dokumente scannen“ wäre dies beispielsweise: „800 Dokumente, DIN A4, einseitig, pro Tag scannen“.

4. Schritt: Beurteilungskriterien auswählen

Damit die Alternativen bezogen auf Kosten und Nutzen bewertet werden können, müssen Messkriterien bestimmt werden, die das System gut beschreiben und bewerten lassen. Beim „Dokumente scannen“ wäre das zum Beispiel: Maschineninvestitionen, Zinsaufwand, Platzbedarf, Fläche, Rohstoffkosten, Personalaufwand, Personalkosten, Betriebskosten usw.

5. Schritt: Bewertungsmaßstäbe festlegen

In diesem Schritt werden nun Bewertungsmaßstäbe für die tatsächliche Messung benötigt, die auf alle Kriterien anwendbar sind. Zudem ist es notwendig, die Berechnungsformel zur Festlegung der Kosten-Nutzen der jeweiligen Alternativen zu bestimmen.

Bei direkten Nutzen stellt die Erfassung der Kosten meist kein Problem dar und kann in Kostendifferenzen ausgedrückt werden, beispielsweise einer Erhöhung oder Reduzierung. Dasselbe gilt für relative Nutzen, bei denen eine Einsparung beispieisweise erst durch zukünftige Kosten ausgelöst werden.

Schwer wird es jedoch bei den sekundären Nutzenarten, denn dabei ist es deutlich schwerer geeignete Kostenwerte zu finden. Vorteile, die immateriell sind, können meist nicht gemessen werden. Werte wie Umweltfreundlichkeit, Bedienerfreundlichkeit, Wartungsfreiheit usw. müssen in Kostenwerte umgesetzt werden. Hierfür eignet sich die sogenannte Nutzwertanalyse (NWA), falls einem die Umsetzung in Kostenwerte nicht gelingen sollte.

6. Schritt: Alternativen bewerten

Im letzten Schritt erfolgt die einzelne Bewertung der Alternativen. Die zentrale Fragestellung die beantwortet werden muss ist:

Wie hoch sind die Kosten zur Realisierung und wie der Nutzen nach der Umsetzung?

Hierbei spielen sowohl der Vergleichszeitraum, als auch Verzinsungen und Abschreibungen eine wesentliche Rolle. Es ist wichtig, nicht nur direkte Kosten und Nutzenwirkungen, sondern auch Nebeneffekte verschiedenster Art zu bewerten. Die Rangfolge zwischen geeigneten und ungeeigneten ergibt sich durch den Vergleich der Ergebnisse.[8] 

Beispiel

Kosten-Nutzen-Analyse
Abb. 1: Beispiel für eine Kosten-Nutzen-Analyse [9] 

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • einfache und überschaubare Rechnung
  • Erkenntnisse über die Wirtschaftlichkeit eines Projektes
  • Schaffung einer Basis für weitere Projektentscheidungen
  • Grundlage für Personal- und Ressourcenplanung
  • Controllinginstrument
  • Argumentationshilfe zur Gewinnung von Partnern

Nachteile

  • Die KNA kann nur Kostenwerte miteinander vergleichen.
  • Es können Schwierigkeiten bei der Abschätzung von Nutzenanteilen auftreten.

 

Quellennachweise

1.  Drews, Günter / Hillebrandt, Norbert: Lexikon der Managementmethoden. München 12007, S. 92-99 [↑]

2.  Drews, Günter / Hillebrandt, Norbert: Lexikon der Managementmethoden. München 12007, S. 92-99 [↑]

3.  Kosten-Nutzen-Analyse. http://v-modell.iabg.de/v-modell-xt-html/959afd4bb5996a.html Stand: 24.05.2012 [↑]

4.  Kosten-Nutzen-Analyse. http://www.business-best-practice.de/tipps-und-praxiswissen/kosten-nutzen-analyse-rechnet-sich-das-projekt.php Stand: 25.05.2012 [↑]

5.  Kosten-Nutzen-Analyse. http://www.steinbeis-infothek.de/0000009c670ee942b.html Stand: 25.05.2012 [↑]

6.  Kosten-Nutzen-Analyse. http://www.controllingportal.de/Fachinfo/Grundlagen/Kosten-Nutzen-Analyse.html Stand: 25.05.2012 [↑]

7.  Drews, Günter / Hillebrandt, Norbert: Lexikon der Managementmethoden. München 12007, S. 92-99 [↑]

8.  Drews, Günter / Hillebrandt, Norbert: Lexikon der Managementmethoden. München 12007, S. 92-99 [↑]

9.  Drews, Günter / Hillebrandt, Norbert: Lexikon der Managementmethoden. München 12007, S. 92-99 [↑]