Matrixdiagramm

Das Matrixdiagramm erlaubt einem Team oder auch einer Einzelperson systematische Identifizierung, Analyse und Bewertung des Vorhandenseins und der Stärke von Beziehungen zwischen mindestens zwei Informationsgruppen; es teilt die letztendliche Entscheidung in viele kleine Entscheidungen auf und vermeidet somit, dass Entscheidungen aufgrund persönlicher Präferenzen getroffen werden. Vorteilhaft bei der Anwendung eines Matrixdiagramms ist, dass eine Vielzahl von Informationen auf nur einem Blatt untergebracht werden kann.[1] 

Formen von Matrixdiagrammen

Das Matrixdiagramm hat verschiedene Formen. Diese Formen werden je nach Anzahl der zu vergleichenden Dimensionen benutzt. Die einfachste Form ist das "L-Matrixdiagramm", welches nur zwei Dimensionen und deren Beziehungen bzw. Wechselwirkungen vergleicht. Es ist ähnlich dem bekannten x-y Diagramm aus der Mathematik.
Die zweite Form eines Matrixdiagramms ist das "T-Matrix-Diagramm". Dieses Diagramm vergleicht zwei Dimensionen mit einer Dritten. Es ist eine Kombination aus zwei "L-Matrixdiagrammen", wobei die "x-Achse" eine Dimension aufweist und die "y-Achse" zwei verschiedene Dimensionen hat.
Die dritte Form des Matrixdiagramms ist das "X-Matrixdiagramm". Es dient zur Darstellung der Beziehungen zwischen vier Dimensionen. Dabei werden aber die Dimensionen, die auf der "x-Achse" abgebildet werden nicht miteinander verglichen. Ebenso ist in dem "X-Matrixdiagramm" der Vergleich der beiden Dimensionen auf der "y-Achse" nicht möglich.
Eine spezielle Form des Matrixdiagramms ist das "Y-Matrixdiagramm". Dieses Matrixdiagramm ähnelt einem Würfel. Die Besonderheit dabei ist, dass bis zu drei Dimensionen miteinander verglichen werden können - und zwar jede mit jeder. [2] 


Matrixformen für bis zu vier Dimensionen[3] 

Anwendung

1. Legen Sie die Hauptinformationen (Angelegenheiten, Faktoren) fest, die zur Diskussion stehen. Stellen Sie sicher, dass Konsens bezüglich des Endergebnisses herrscht. Auch hier sollte die Teamstärke zwischen drei bis sechs Personen betragen. Die Teammitglieder sollten bereits über Erfahrung mit Matrizen verfügen.

2. Wählen Sie ein angemessenes Format für Ihre Matrix, je nach Anzahl der Informationen, Angelegenheiten, Faktoren und anstehender Vergleichsarten.

3. Definieren Sie die zu verwendenden Beziehungssymbole. Zwei Punkte stehen für eine sehr enge Beziehung, ein Punkt steht für eine gewöhnliche Beziehung und ein Dreieck steht für eine schwache Beziehung. Diese Symbole können selbstverständlich auch mit Zahlen besetzt werden. Normalerweise steht eine 9 für die zwei Punkte, eine 3 für einen Punkt und eine 1 für ein Dreieck. Die Bewertung erfolgt exponentiell und nicht linear, um den Unterschied zwischen enger und loser Beziehung optimal herauszukristalisieren. Es obliegt dem Team weitere oder andere Symbole, Überschriften oder Daten einzuführen. Ein leeres Kästchen steht für eine äußerst schwache oder gar keine Beziehung.


Möglichkeiten für Beziehungssymbole[4] 

4. Nun kann das Team die Matrix vervollständigen. In den meisten Fällen beginnen die Teams damit, nach Zusammenhängen zwischen dem ersten Punkt der ersten Reihe und dem ersten Punkt der ersten Spalte usw. zu definieren. Das Team muss nun für jedes Paar Zusammenhänge testen, und wenn ein Zusammenhang besteht, die Stärke festlegen. Manchmal bedarf es zusätzlicher Informationen, um eine korrekte Entscheidung zu treffen. Anschließend muss das Team nochmals sämtliche Ergebnisse überprüfen und kann dann die Matrix fertigstellen.

5. Setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand zur Bewertung der Muster und Ergebnisse ein. [5] 

Beispiel


T-Matrix zum Einsatz von Qualitätstechniken[6] 

Vorteile und Nachteile

Vorteile

Die systematische Auflistung und Bewertung von Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Dimensionen helfen, ein Thema besser zu verstehen. Je nach den gewählten Dimensionen lassen sich dann aus dem Matrixdiagramm Themenschwerpunkte, Handlungsanweisungen, Verantwortlichkeiten o. ä. ableiten. Durch das gemeinsame Erarbeiten des Diagramms werden Entscheidungen in einem Team besser akzeptiert.[7] 

Nachteile

Es sollten nicht zu viele Merkmale einer Dimension untersucht werden (max. 20), da sonst die Übersichtlichkeit leidet. Außerdem steigt der Arbeitsaufwand sehr schnell stark an. So sind z.B. bei einer L-Matrix mit je zehn Merkmalen schon 100 Beziehungen zu überprüfen.[8] 

 

Quellennachweise

1.  http://www.prolisa.de/prozessfitness/tde129.html#tool5, 23.04.2012 [↑]

2.  http://www.qmcoach24.de/qualitaetssicherung/m7-techniken-und-methoden/matrixdiagramm/, 23.04.2012 [↑]

3.  http://www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/artikel/matrixdiagramm-271623.html?search.highlight=matrixdiagramm, 14.05.2012 [↑]

4.  http://www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/artikel/matrixdiagramm-271623.html?search.highlight=matrixdiagramm, 14.05.2012 [↑]

5.  http://www.prolisa.de/prozessfitness/tde129.html#tool5, 23.04.2012 [↑]

6.  http://www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/artikel/matrixdiagramm-271623.html?search.highlight=matrixdiagramm, 14.05.2012 [↑]

7.  http://www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/artikel/matrixdiagramm-271623.html?search.highlight=matrixdiagramm, 14.05.2012 [↑]

8.  http://www.qz-online.de/qualitaets-management/qm-basics/artikel/matrixdiagramm-271623.html?search.highlight=matrixdiagramm, 14.05.2012 [↑]