Poka Yoke

Poka Yoke (ursprünglich Baka Yoke) wurde durch den Japaner Shigeo Shingo von 1950 bis 1977 entwickelt. Es ist ein Vorbeugungskonzept zur präventiven Fehlervermeidung bei der statistischen Qualitätskontrolle (SQC). Ausgangsbasis für Poka Yoke ist das Erkenntnis, dass kein Mensch in der Lage ist, unbeabsichtigte Fehler vollständig zu vermeiden. Heutzutage wird Poka Yoke häufig durch weichere Vorkehrungen und Einrichtungen angewendet, um Fehlhandlungen zu verhindern. [1] 
Poka = der unbeabsichtigte Fehler oder auch Lapsus
Yoke = die Vermeidung

Ziele

Mit einem Poka Yoke System gelingt es, nachhaltig Fehlerursachen zu erkennen und zu beeinflussen. Der System soll in allen Phasen der Produktentstehung und des Produktlebenszyklus zur Verhinderung der Fehler eingesetzt werden. Poka Yoke hilft in der Konstruktion, Produktion und Entwicklung zur Findung der Lösungsansätze. [2] 

Fehlerarten

Die Fehler können sich im Prozess, am Produkt oder in den Teilen befinden.[3] 

  • Verwechslung ähnlicher Teile
  • Verwechslung ähnlicher Werkzeuge
  • Montagefehler beim Zusammensetzen symmetrischer Teile
  • Fehlerhafte Einstellung und Justierung
  • Mangelhaftes Einrichten vor Fertigungsbeginn
  • Auslassen eines Arbeitsganges
  • Falsche Reihenfolge einzelner Arbeitsschritte
  • Ausführen überflüssiger Arbeitsschritte

Poka Yoke System

Prüfmethode: Sie beschreibt wann und wo Fehlern entdeckt wurden. Es ist die Eingangsinformation für die Auslösemechanismus. Sie unterteilt sich auf drei grundsätzlichen Methoden:

  • Fehlerquellenprüfung: Sie verhindert die Fehlhandlung an der Fehlerursache und kann auch als Ursachenkontrolle beschrieben werden.
  • Prüfung mit direktem Feedback oder Selbstkontrolle: Das Geschehen des Fehlers wird hier nach der sofortige Erkennung vermeidet.
  • Folgekontrolle oder Prüfung mit indirekten Feedback: Sie verhindert das fortpflanzen eines Fehlers in den nächsten Prozess- bzw. Arbeitsschritten.

Auslösemechanismus: Es beschreibt den Fehler und dient als Antwort auf die Frage: Was ist der Fehler? Sie beruht sich auf Drei Methoden:

  • Kontaktmethode: In diese Methode ist der Fehler durch physikalische Größen (Z.B.Gewicht, Form, Typenschild) festgestellt.
  • Konstantwertmethode: Hier wird anhand der Anzahl von Arbeitsschritten Teilarbeitsschritten bestimmt.
  • Schrittfolgemethode: Fehler ist durch die Abfolge oder die Überwachung einzelner Arbeitsprozess erkannt.

Die Reguliermechanismus: Es beschreibt die Reaktion des Systems aufgrund des Fehlers oder der Fehlhandlung. Sie beruht sich auf Zwei Methoden:

  • Eingriffsmethode: Beim Auftretten eines Fehlers wird den Arbeitsschritt gestoppt oder unmöglich gemacht.
  • Warnmethode: Hinweise durch Signalen auf die entstehenden Fehlhandlungen werden an der Mitarbeiter gegeben, damit er Korrekturmaßnahmen einleitet.

Für eine Problemlösung nach dem Poka Yoke System ist es unbedingt notwendig, eine Methode oder eine Funktion in jeder Spalte anzuwenden, um somit einen horizontalen Pfad durch die Matrix zu finden. [4] 

Arten von Poka-Yoke Lösungen

  • es wird weiche und harte Lösungen unterscheiden
  • Die Matrix von Dr. Shingo lässt auch die farbliche Markierungen zu, welche keine 100% Sicherheit darstellt.
  • In Deutschland wird Poka Yoke jedoch immer mit "100% Sicherheit" verbunden.

Anwendungsbeispiele

Montage einer Verschlussplatte [5] 

Montage von Antriebsrädern in der Motorenfertigung [6] 

Vor-und Nachteile

Vorteile

  • Frühzeitiges Auseinandersetzen mit Fehlermöglichkeiten
  • Hohe Zuverlässigkeit
  • Vermeidung von Wiederholungsfehler
  • Synergieeffekte im Arbeitsschutz

Nachteile

  • Gefahr der Verzögerung bei einzelnen Prozessschritten
  • Anwendung ist nur für bekannte Fehler möglich
  • Gefahr verminderter Aufmerksamkeit
  • Steht im Widerspruch zur Teilevereinfachung[7] 

 

Quellennachweise

1.  Holger,Brüggeman/Plik,Bremer:Grundlagen Qualitätsmanagement von Werkzeugen über Methoden zum TQM Springer Vieweg wiesbaden, S.52-58 [↑]

2.  Gerd,F. Kamiske/Jörg,P.Brauer:Qualitätsmanagement von A bis Z wichtige Begriffe des Qualitätsmanagement und ihre Bedeutung .7.Auflage,Hanser, S.116-118 [↑]

3.  Siegfried,Seibert:Technisches Management:Innovationsmanagement,Projektmanagement,Qualitätsmanagement ,S.490 - 491 [↑]

4.  Axel,K.Bergbauer:Six Sigma in der Praxis:Das Programm für nachhaltige Prozessverbesserungen und Ertragssteigerungen.3.Auflage Expert Verlag Rennigen 2007, S.79-80 [↑]

5.  Siegfried,Seibert:Technisches Management:Innovationsmanagement,Projektmanagement,Qualitätsmanagement ,S.490 - 491 [↑]

6.  Siegfried,Seibert:Technisches Management:Innovationsmanagement,Projektmanagement,Qualitätsmanagement ,S.490 - 491 [↑]

7.  https://www.dmtm.com/forschung/projekte/pdf/Poka-Yoke.pdf [↑]