TBFMEAVMEA-Kommentar

Ravi schrieb am 17 Dezember 2012 um 21:43 Uhr

Philosophie und damit auch die Frage nach dem Sinn des Lebens resultiert aus der eignetfcmlichen Existenzproblematik des Menschen als eines durch spannungsreiche und sogar gegense4tzliche Eigenschaften charakterisierten Lebewesens („sterbliches Selbstbewusstsein“, „Subjekt-Objekt-Einheit“), das dazu genf6tigt ist, unter dem Anspruch der Wahrheit nach umfassender Weltorientierung zu streben. Philosophie kann als eine bestimmte Te4tigkeit, ne4mlich als die auf die Praxis ein- und rfcckwirkende kritische Reflexion bzw. Prfcfung unseres Selbst-, Welt- und Gottesverste4ndnisses aufgefasst werden: Philosophie ist radikales Fragen. Wenn Philosophie lebensrelevant sein will, muss sie auch einen in erster Linie aufkle4rend-orientierenden Beitrag ffcr die Beantwortung der Frage nach dem eigenen „Leben-Kf6nnen“ und „Leben-Sollen“, also ffcr die Beantwortung der Frage nach dem Lebenssinn leisten. Niemand kann, ohne willkfcrlich zu werden, sich auf die Dauer dieser Frage entziehen.Dabei sollte man sich aber keine falschen Hoffnungen machen. Philosophie ffchrt als radikales Fragen letztlich nur zur Einsicht in die radikale Fraglichkeit der Welt und des menschlichen Lebens in dieser Welt, also zur Einsicht in eine fundamentale Ambivalenz, Problematizite4t und damit auch Ungewissheit bzw. Ungegrfcndetheit von allem. Wir neigen ungeheuer stark dazu, diese radikale Fraglichkeit zu verdre4ngen. Und die Auffassung, dass unser fragliches Leben in der so fraglichen Wirklichkeit gut sein kann, mag auch in der Tat zune4chst e4udferst paradox anmuten. Dennoch behaupte ich, dass gerade ein seine Fraglichkeit bejahendes Leben, das sich aus Illusionen und vermeintlichen Sicherheiten befreit hat, das gute Leben schlechthin ist: Es ist ein zur Wirklichkeit erwachtes Leben. Lebenskunst wfcrde darin bestehen, im Rahmen der gegebenen Umste4nde und eigenen Fe4higkeiten, mit der radikalen Fraglichkeit so angemessen und wahrhaftig wie mf6glich umzugehen. Im Grunde geht es um versf6hnte Endlichkeit in allen Lebensbereichen. „Leben-Kf6nnen“ we4re letztlich gleichbedeutend mit „Sterben-Kf6nnen“. Dies setzt eine zumindest anonyme Glaubenshaltung voraus: das Vertrauen an ein letztes Geborgensein inmitten aller Sinnlosigkeit.

xtbmcwoln schrieb am 18 Dezember 2012 um 14:26 Uhr

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