Six-Sigma-Organisation

Six Sigma setzt auf eine Parallelorganisation mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern und Unterstützern, die sich durch einen hohen Grad an Disziplin, Können und Präzision auszeichnen. Die für erfolgreiche Six-Sigma-Programme erforderlichen Aufgaben werden mehreren verschiedenen Rollenträgern zugeordnet, die sich an den Rängen (Gürtelfarbe) japanischer Kampfsportarten orientieren. [1] [2] [3] [4] [5] 

Für die Qualifikation der verschiedenen Six-Sigma-Rollen werden am Markt spezielle Ausbildungsprogramme und Zertifizierungen angeboten.


Six-Sigma-Rollenmodell [6] 

Champion

Champions sind als Machtpromotoren in der Regel Mitglieder der oberen Führungsebene. Für jeden Geschäftsbereich sollte es einen Champion geben, der folgende Aufgaben übernimmt:

  • Initialisierung und Unterstützung der Einführung von Six Sigma in der Organisation,
  • Coach und Motivator für die Projektleiter,
  • Entscheidung über die Durchführung von Six-Sigma-Projekten und deren Ziele,
  • Gewährleistung der Verfügbarkeit von Ressourcen.

Die Schulung zum Champion dauert meist zwei Tage.

Master Black Belt

Master Black Belts koordinieren als übergeordnete Systempromotoren größere Six-Sigma-Programme und organisieren den Six-Sigma-Know-how-Transfer im Unternehmen. Sie unterstützen die Champions bei der Projektauswahl und sind Mentoren und Coaches der Black Belts. Außerdem spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Six-Sigma-Methoden und -Werkzeuge, wo sie als interne Berater und Trainer agieren. Ein Master Black Belt ist in Vollzeit für ca. 30 Black Belts zuständig. Eine spezielle Master-Black-Belt-Schulung dauert 5 Tage.

Black Belt

Black Belts stellen als Prozesspromotoren den Einsatz von Six-Sigma-Methoden und -Werkzeugen in der Organisation sicher. Hierzu unterstützen Sie parallel mehrere Teams in Methodenfragen. Zusätzlich identifizieren und leiten sie große und schwierige Six-Sigma-Projekte auch selbst. Für diese Tätigkeit ist eine besonders hohe Fachkompetenz erforderlich, die zusätzlich zur Green-Belt-Schulung eine weitere meist 10-tägige Black-Belt-Schulung erfordert. Black Belts sind Vollzeit für mindestens zwei Jahre für Six-Sigma-Initiativen tätig. Für 100 Mitarbeiter sollte jeweils ein Black-Belt zur Verfügung stehen.

Green Belt

Green Belts sind als Fachpromotoren versierte Kenner der Six-Sigma-Methoden und -Werkzeuge. Sie leiten kleinere Six Sigma-Projekte und unterstützen die übergeodneten Black Belts. Green Belts bilden die Hauptbesetzung von Projektteams und sind das Verbindungsglied zwischen Six-Sigma-Projekten und den alltäglichen Prozessen. Als Green Belts eignen sich Mitarbeiter des mittleren Managements, wie z. B. Meister, Einkäufer und Ingenieure, die bis zu ca. 25% ihrer Arbeitszeit für Six-Sigma-Projekte aufwenden. Auf 20 Mitarbeiter sollte jeweils ein Green Belt kommen. Eine Green-Belt-Schulung mit anschließender Zertifizierungsprüfung dauert meist 10 Tage.

Yellow Belt

Yellow Belts (manchmal auch als White Belts bezeichnet) sind Fachleute in ihrem Arbeitsgebiet und verfügen über Six-Sigma-Grundkenntnisse. Sie erkennen Verbesserungspotenziale und arbeiten in Six-Sigma-Projekten mit, für die sie im Bedarfsfall zeitweise freigestellt werden. In einer Organisation sollten möglichst viele Mitarbeiter als Yellow Belts geschult sein. Die Schulung dauert meist 2 Tage.
 

Quellennachweise

1.  Vgl. Magnusson, Kroslid, Bergman: Six Sigma umsetzen, (2003), S. 23 [↑]

2.  http://www.sixsigma-akademie.de/_html/schulungen.html [↑]

3.  Vgl. Armin Töpfer: Six Sigma: Konzeption und Erfolgsbeispiele für praktizierte Null-Fehler-Qualität, Seite 32ff [↑]

4.  Vgl. Susanne Koch: Einführung in das Management von Geschäftsprozessen, Seite 174 [↑]

5.  Vgl. Schmelzer/Sesselmann: Geschäftsprozessmanagement in der Praxis, Seite 393 [↑]

6.  Vgl. Helge Toutenbourg: Six Sigma: Methoden und Statistik für die Praxis, Kapitel 2, Seite 22 [↑]