Standard: DMAIC-Zyklus

Die Durchführung von Six-Sigma-Projekten folgt einem standardisierten Ablauf in fünf sequentiell ablaufende Phasen: Define, Measure, Analyse, Improve, Control. Nach den Anfangsbuchstaben dieser Phasen wird der daraus abgeleitete Six-Sigma-Kernprozess als DMAIC-Zyklus bezeichnet.[1] 

DMAIC vs. PDCA

Der DMAIC-Zyklus basiert auf dem von W. E. Deming stammenden, klassischen PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act) des Total Quality Management. DMAIC und PDCA basieren beide auf der Grundüberlegung, an ein Problem systematisch, schrittweise und faktenorientiert heranzugehen, um Effizienz, Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheitzu verbessern. In den Details bestehen jedoch eine Reihe von Unterschieden:

  • Der PDCA-Zyklus besteht lediglich aus vier Phasen während der DMAIC-Zyklus auf fünf Phasen basiert.
  • PDCA ist ein allgemeines Phasenschema, das auf viele verschiedene Aufgabenstellungen angewandt werden kann. Die Arbeitsschritte des PDCA-Zyklus sind ineinander verschachtelt und wiederholen sich oft. Dagegen beschreibt der DMAIC-Zyklus einen etwas übersichtlicheren, rein sequenziellen Projektablauf.
  • Der PDCA-Zyklus ist leichter lehrbar bzw. umsetzbar und kann daher von mehr Leuten praktiziert werden. Dagegen ist der DMAIC-Zyklus in eine Projektorganisation mit mehreren Instanzen (Lenkausschüsse, Champions, Projekt-Sponsoren) eingebunden.[2] 
  • Eine wesentliche Erweiterung erfährt die DMAIC-Methode durch die genaue Festlegung der Inhalte der einzelnen Phasen mit konkreten Zwischenzielen, die am Ende jeder Phase erreicht sein sollen.[3] 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass PDCA eher eine grundsätzliche Orientierung für Prozessverbesserungen liefert während DMAIC ein genaues Ablaufmodell zur Optimierung bestehender Prozesse nach der Six-Sigma-Methodik darstellt.

Die DMAIC-Phasen

Die Grafik gibt eine Überblick über die fünf Phasen des DMAIC-Zyklus. Die Ziele der einzelnen Phasen und deren wichtigste Methoden werden im folgenden kurz beschrieben.

Der DMAIC-Zyklus nach Matthias Schmieder
DMAIC-Zyklus für bereits existierende Prozesse [4] 

Define

Die Define-Phase kann durch die Frage „Was ist das Problem?“ charakterisiert werden. Entsprechend liegt das Hauptziel der Phase im Definieren des Verbesserungsprojektes.[5]  Hierzu wird bestimmt, wer die Kunden des Prozesses sind und welche Bedürfnisse der Prozess erfüllen soll. Darauf aufbauend werden die Leistungsmerkmale des Prozesses, die kritisch für die Erfüllung der Kundenerwartungen sind, definiert.

Häufig verwendete Werkzeuge:

Measure

In der Measure-Phase besteht die Hauptaufgabe darin, zunächst die Messung der tatsächlichen Prozessleistungsfähigkeit sorgfältig vorzubereiten und dann die Messung entsprechend durchzuführen.[6]  Damit soll geklärt werden, wie groß das zu beseitigende Problem ist.

Häufig verwendete Werkzeuge:

Analyse

Die Analyse-Phase bildet das Herzstück des Verbesserungsprozesses. Ziel ist es, die Ursachen für Fehler zu identifizieren, zu verifizieren und zu quantifizieren. Dazu werden die Messdaten/-ergebnisse aufbereitet und strukturiert, um eine eindeutige Identifikation der Fehlerursachen vornehmen zu können.

Häufig verwendete Werkzeuge:

Improve

In der Improve-Phase werden Lösungen für die in der Analyse-Phase identifizierten Probleme und deren Ursachen gesucht und nach festgelegten Kriterien bewertet. Ziel ist, besonders gut geeignete Problemlösungen zu finden und umzusetzen.

Häufig verwendete Werkzeuge:

Control

In der letzten Phase soll die Umsetzung der Änderungen und eine nachhaltige Problembeseitigung sichergestellt werden. Hierbei wird überprüft, ob die Hauptursachen für das Auftreten des Problems beseitigt werden konnten und ob mit den Veränderungsmaßnahmen eine bessere Erfüllung von Kundenanforderungen und die nachhaltige Steigerung des Qualitätsniveaus erreicht wurde.[7] 

Häufig verwendete Werkzeuge:

Fazit

Der DMAIC-Prozess wird eingesetzt, um bereits bestehende Prozesse messbar zu machen und diese nachhaltig, im Sinne einer hohen Kundenzufriedenheit bei möglichst geringen Kosten, zu verbessern. Dabei handelt es sich nicht um eine reine Qualitätsmethodik, sondern auch um eine strategische Initiative, die die Belange der Interessengruppen „Kunde“ und „Unternehmen“ durch Erhöhung der Kundenzufriedenheit und des Unternehmenserfolgs verbindet.
 

Quellennachweise

1.  Töpfer, A.: Six Sigma: Konzeption und Erfolgsbeispiele für praktizierte Null-Fehler-Qualität, Berlin / Heidelberg 2007, S. 80 [↑]

2.  http://www.4managers.de/management/themen/dmaic-methode/ (09.05.2012) [↑]

3.  Theden, P. / Colsman, H.: Qualitätstechniken: Werkzeuge zur Problemlösung und ständigen Verbesserung, München 2005, S. 123 [↑]

4.  Prof. Dr. Matthias Schmieder [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons [↑]

5.  Jochem, R. / Geers, D. / Giebel, M.: Six Sigma leicht gemacht: Ein Lehrbuch mit Musterprojekt für den Praxiserfolg, Düsseldorf 2011, S. 44 [↑]

6.  Toutenburg, H. / Knöfel, P.: Six Sigma: Methoden und Statistik für die Praxis, Berlin / Heidelberg 2008, S. 71 [↑]

7.  Töpfer, A.: Six Sigma: Konzeption und Erfolgsbeispiele für praktizierte Null-Fehler-Qualität, Berlin / Heidelberg 2007, S. 85 [↑]